Bericht Heisser Tanz ueber die Vulkane 2016

im Hegau vom 26. – 28. Mai 2016.

Zwischen Donau und Hochrhein, westlichem Bodenseeufer und dem Schweizer Kanton Schaffhausen, liegt diese Landschaft. Geprägt durch Vulkane, Rittersleut und ehemals 300 Befestigungsanlagen.
Auf den Spuren von Ludwig Finckh (1876-1964), er war Arzt, Schriftsteller und Naturschützer und hat die Vulkanberge als „des Herrgotts Kegelspiel“ zusammengefaßt, waren 17 Wanderer der Albvereinsortsgruppe unterwegs; hinauf zum Hohenhewen (864m), dem „Hausvulkan“ von Engen und ehemaliger Stammsitz der Herren von Hewen. Mit traumhafter Rundsicht auf den gesamten Hegau, vom Bodensee zum Donaubergland, in den Schwarzwald (Feldberg und Herzogenhorn grüßten noch mit Schnee) und die Vogesen und bei klarer Luft auf den Alpenhauptkamm. Dieser war leider nur schemenhaft zu erkennen. Längst Vergessenes, wie die herrlich farbenfrohen vielfältigen Blumenwiesen mit dem Konzert der Grillen, oder Getreidefelder die sich in silbernen Wellen im Wind wiegten, begleitete die Gruppe auf dem weiteren Weg durch bäuerlich geprägte Landschaft mit kleinen Dörfern und Weilern. Noch zwei Täler im Auf und Ab, dann war der höchste Vulkan im „Spiel“, der Neuhewen (864m), auch Stettener Schlößle genannt, erreicht und kurz darauf auch das Tagesziel die Gaststätte Hegaustern auf einem herrlichen Aussichtsplatz gelegen.

Der markanteste Berg und „König“ im Kegelspiel, der heute doppelgipfelige Hohenstoffeln (844m), trug einst drei Burgen auf seinen ehemals 3 Gipfeln. Mit Erläuterungen zum Vulkanismus und zur Entstehung von Basalt konnten sich die Wanderer bei der Besichtigung im Basaltbruch eigene Vorstellungen dazu machen. Mit dem Abbau von Basalt seit 1912 wurde der Nordgipfel zerstört. Dr. Ludwig Finckh hat sich dafür eingesetzt, dass der Stoffeln 1941 als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde. Somit wurde der Abbau gestoppt. Ein sonnenbeschienener flächendeckender Teppich von weiß blühendem Bärlauch begleitete den Weg hinauf zum Mittelgipfel und zu fantastischen Tiefblicken. Abwärts aus diesem Märchenwald wurde das Dorf Duchtlingen erreicht. Der Ludwig-Finchk-Weg streift hier in stetigem Bergauf mehrere Höfe und die Festungsruine Hohentwiel rückte immer näher, bis zum Hegauhaus. Der Blick auf Hohentwiel, die Stadt Singen und den Bodensee ist einfach genial. Doch auf zu den nächsten Vulkanen, wieder im schattigen Wald zum Hohenkrähen. Strategisch günstig hoch über der jetzigen A81 gelegen, ehemals Raubritterstützpunkt, heute werden die Wirtschaftsgebäude von Pfadfindern genutzt. Der Aufstieg zur Ruine ist fast alpin, belohnt aber mit fantastischer Sicht. Ebenso der Mägdeberg, der Name wird auf eine Legende einer wallfahrenden englischen Königstochter zurückgeführt, die einst mit tausend Mägden am Fuß des Berges gelagert haben soll. Der Abstieg und der schweisstreibende Gegenanstieg durch eine herrliche Blumenwiese zum Hegaukreuz war die letzte große Herausforderung des Tages, belohnt durch einen schönen Rückblick auf die gesamte Wanderung des Tages. Auf dem Rückweg nach Weiterdingen standen einige Störche Spalier an einem sonnigen Wiesenrain, gingen aber dann doch lieber mit den Aufwinden kreisend auf Abstand.

Die historische Tengener Altstadt war Ausgangspunkt am letzten Wandertag. Die kriegerischen Auseinandersetzungen der Herren von Vordertengen mit den Raubrittern des Deutschordens in Hintertengen, prägten einst das Stadtgeschehen. Die kath. Pfarrkirche Laurentius war noch einen Besuch wert. Mit wenig Anstieg erreichten die Wanderer den historischen alten Postweg. Der gesäumt von prächtigen Blumenwiesen nochmals einen Panoramaausblick auf das „Kegelspiel“ und die zurückliegenden Wanderungen zu bieten hatte. Besonders entspannt zu genießen bei der Mittagspause beim Blick durchs „Panoramafenster“ der alten Postweghütte. Heute ein Blockhaus mit überdachter Terasse, früher wurden hier die Pferdegespanne und Fahrgäste untergebracht und verpflegt.
Mit dem Rundgang durch die historische Altstadt in Engen fand dieser Tag einen würdigen Abschluß.

Drei hochsommerliche, erlebnisreiche und spannende Wandertage gingen mit der Bahnfahrt von Engen und einem herzlichen Dankeschön an Sabine Weinmann für die Durchführung und Organisation, zu Ende.

Blick vom Hohenhewen zum Bodensee und HohenkrähenIm Basaltbruch am Hohenstoffeln