Bericht Wo Steine wachsen – Geotope im Lenninger Tal 2019

Frühlingsambiente mit Wintertemperaturen am Samstag, 13. April 2019 bei der Wanderung zu den „Wachsenden Steinen“

und den Geotopen im Naturschutzgebiet Oberes Lenninger Tal.

Start war am Bahnhof Oberlenningen bei klarer Sicht, dem einen oder anderen Sonnenstrahl und winterlichen vier Grad Außentemperatur.

Nach kurzem Eingehen auf dem Radweg leitete eine schmale Pfadspur die Wanderer direkt am Lauterkanal entlang in die blühenden Streuobsthangwiesen. Bereits im 18. Jahrhundert waren diese von großer Bedeutung im Lenninger Tal. Als Beitrag zur Ernährung (Fruchtsaft, Most, haltbar gemachtes Obst), die Brände ließen sich gut verkaufen bzw. eintauschen.

Kleine Wiesenbäche und Wasserläufe flossen über neu entstandene Kalksinterbecken in Miniatur und präsentierten bereits hier den Prozess der wachsenden Steine.  Das Blöken von Schafen machte auf den Hof der Familie Röhner unter uns am Weg aufmerksam. Mit etwa 300 Merino-Mutterschafen und 70 Zebu-Rindern pflegt die Familie im Nebenerwerb 105 ha Landschaft in der Umgebung und setzt sich für den Erhalt der artenreichen Blumenwiesen ein. Kurz danach wurde auch das erste Geotop, die Höllsternquelle am Ortsrand von Gutenberg erreicht. Lange war sie die Wasserversorgung des kleinen Weilers Krebsstein und bei hohem Grundwasserspiegel schießt das Wasser mit Gebrüll aus der darüber liegenden engen Höhle.

Ein beeindruckendes Schauspiel bot das Geotop der mächtigen Sinterterassen über die das Wasser der Weißen Lauter talwärts schießt, am unteren Ortsrand.

Entstanden durch das Zusammenspiel von Regenwasser, Kohlendioxid, Kalk und pflanzlicher Fotosynthese. Besonders die flachen neueren Becken am Zusammenfluss von Donnbach und Weißer Lauter zaubern eine märchenhafte Wasserlandschaft.

Durch den Ort Gutenberg leicht aufwärts entlang der Weißen Lauter erreichte die Gruppe deren Ursprung unterhalb der mächtigen Kalkriffe der Kesselwand. Eine spektakuläre Perspektive um die Aktivitäten auf der in luftiger Höhe über dem Abgrund gespannten Slackline zu beobachten.

Steil, schmal, teils ausgesetzt, also fast alpin gestaltete sich auch unser Anstieg zum „Gipfel“ der Kesselwand. Der anschließende Blick in den Abgrund und auf die Slackline fast noch spektakulärer als von unten.

Leichter Schneefall begleitete den kurzen restlichen Weg zum Rathaus in Schopfloch. Ein trockener Platz für die Mittagspause bei heiterer Stimmung.

Danach ging es schneefrei weiter durch den Ort und zum überdachten Eingang der Gutenberger Höhle. In der Zwischeneiszeit war hier die Heimat von Höhlen- löwen/-Bären, Wolf, Wiesent, Nashorn, Berberaffen und Kleinsäugern. Ein kurzes Stück weg zurück und der Albtrauf hatte uns wieder. Der Blick zurück zur Höhle lohnenswert. Kurz darauf vom Wasserfelsen in Krebsstein der Blick genial und immer noch frei. Der Verlauf der bisherigen Wanderung komplett nachvollziehbar. Der weitere Verlauf entlang am Albtrauf begleitet von dichtem Schneefall mit großen Flocken. Die Gruppe nahm’s mit Humor und erreichte schließlich den abgesperrten Wanderweg zu den Wielandsteinen. Der Blick dort auf den Felssturz vom Januar 2015 ist beeindruckend. Die Felsenkulisse ins Tobeltal ebenfalls.

Noch beeindruckender war der Tiefblick vom senkrecht abfallenden Hohgreulfels (nur für die schwindelfreien Mitwanderer), bei nachlassendem Schneefall.

Die Umleitung begleitete die Wanderer nun zum Talschluss im Tobeltal beim linken Tobelfelsen. Auf schmalen Serpentinen ging es nun unterhalb dieser Felskulisse abwärts nach Oberlenningen. Zwischendurch wurde der Blick frei auf das Ausmaß des Felssturzes an den Wielandsteinen.

Früher als geplant wurde  Oberlenningen wieder erreicht. Mit dem Blick zurück ins wilde Tobeltal ging dieser abwechslungsreiche, spannende und absolut gelungene Wandertag zu Ende. Damit wurden zwölf unerschrockene, wetterfeste Wanderer für Ihren Mut reichlich belohnt.

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